Anlagen-Management AMS – Effizientes Instrument der Instandhaltung

Der Grundgedanke

Mein Großvater war ein erfolgreicher Unternehmer u.a. deswegen, weil er sich permanent über die Auslastung seines Fahrers und seiner Instandhalter Gedanken machte. "Wir brauchen sie als Feuerwehr". Aber diese Tätigkeiten lasteten sie im Mittel nur zu 15 % aus. Also sorgte er für permanente Beschäftigung durch Reinigungs- und Pflegearbeiten mit 2 Effekten:

  • Die Anlagen und Maschinen sahen immer „wie geleckt“ aus und waren nach heutigen Maßstäben hochverfügbar.
  • Die Instandhalter identifizierten sich mit „ihren“ Maschinen und Anlagen. Sie kannten meistens die Ursachen von Störungen und sorgten für schnelle Behebung.

Die Zeiten der personalisierten Instandhaltung sind – zumindest in größeren Unternehmen – vorbei. Aber die Kernfragen bleiben:

  • Wie sichern Sie eine hohe Verfügbarkeit Ihrer Anlagen und Maschinen ?
  • Wie erhalten wir deren Werte ?
  • Wie lasten wir das Instandhaltungs-Personal möglichst gleichmäßig aus ?

Vom Großvater zum Enkel

Hinter dem Modul Anlagen-Management AMS steht eine Instandhaltungs-Konzeption, die von der integrierten Betrachtung aller Aktivitäten ausgeht, um die höchst mögliche Zuverlässigkeit der laufenden Anlagen und Maschinen zu bezahlbaren Kosten zu erreichen. Diese sind hoch mechanisiert, automatisiert und in Systeme der Zentralen Datenverarbeitung integriert. Auffällig sind 2 Erfahrungen:

  • Je näher ein Unternehmen am Markt operiert, desto höher sind die Kosten der Instandhaltung.
  • Die Tendenz zur Hochleistung beeinflusst stark die Logistik-Kosten.
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Aspekt moderner Instandhaltungs-Konzeptionen: Organisation der Wartung

So sieht heute die Instandhaltung aus:

 

Das leidige Problem mit den Kosten

Anlass, die Service-Kosten näher zu analysieren waren Aufgabenstellungen an den Sachverständigen A. Franck. Sie lauteten in Kurzfassung:

  1. Erhöhung der Service-/Wartungs-Kosten für eine Rechner-gesteuerte Lager- und Warenverteilanlage um 7%. Für das betreibende Unternehmen ist die Erhöhung nicht nachvollziehbar. Es spricht von „Knebel-Verträgen“.
  2. Vergleich der Wartungs-Kosten eines Hochregallagers im Zuge der Modernisierung der Regalbediengeräte mit den konkreten Fragen, ob Leistungen wie „Hot Line“, Support der Automatisierungs-Einrichtung (SPS), Support der technischen Anlagenteile (Mechanik, Antriebstechnik, Elektrik), Ersatzteil-Service zusätzlich zu den bisherigen Wartungs-Leistungen und zu den UVV-Prüfungen notwendig seien.
  3. Risiken, den Service und die Wartung einschließlich monatlicher Inspektionen komplett an den Anlagen-Lieferanten zu vergeben. Dieses Unternehmen will die interne Service-Mannschaft abbauen.
  4. Risiken, wenn die Wartung der technischen Anlagenteile (Mechanik, Antriebe, Elektrik) wieder im eigenen Haus durchgeführt wird. Dieses Unternehmen will die Wartung ohne UVV-Prüfung mit eigenem Personal durchführen, um die externen Service-/ Wartungs-Kosten einzudämmen.

Keines der 4 Unternehmen konnte einen vollständigen Überblick über die Service- und Wartungs-Kosten einschließlich Reparatur-Kosten in den vergangenen 3 Jahren vorlegen. Der Service-Vertrag für die Steuerungssysteme ist Sache der „Zentralen DV“. Die Kosten für die externen Wartungen und UVV-Prüfungen laufen auf Kostenstellen der „Technik“. Die Reparatur-Kosten gehen in die “Instandhaltung“ ein. Ebenso die Kosten für das interne Service-Personal. Der Überblick über die (Wieder-)Beschaffungskosten der Ersatzteile fehlt.

Der Ansatz für hohe Verfügbarkeit

In komplexen Anlagen treten unterschiedliche Kategorien von Störungen auf. Teilweise sind sie beeinflussbar, teilweise frühzeitig erkennbar, teilweise stochastischer Natur (d.h. sie sind einfach da). Manchmal wiederholen sie sich in kürzeren oder längeren Zeitabständen. Besonders unangenehm wirken sie sich aus, wenn die „Anlage“ den „Charme der modernsten Technologie“ verloren hat oder sich das Wartungs-Personal der Lieferanten nicht mehr so recht auskennt. Dann sind zunehmend die eigenen Instandhalter gefragt.

An erster Stelle steht, unvermeidbarere Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten. Noch besser ist es, potenzielle Ursachen von Störungen und Ausfällen rechtzeitig zu erkennen, sie zu diagnostizieren, sie auszuschalten oder sie zu umgehen.

Die Stör-/Ausfall-Statistik

Über die durchgeführten Prüf-/ Serviceaktivitäten, die auch auf erkannten Auffälligkeiten während der Ausführung dieser Aktivitäten hinweisen, und die daraus resultierenden Reparatur- und Ersatzmaßnahmen werden „normierte“ Berichte im AMS hinterlegt. Sie sind auf die betroffenen Anlagenteile/ Komponenten/ Bauteile bezogen.

Auch Störungen und Ausfälle im laufenden Betrieb werden dokumentiert. Sie sind ebenfalls mit den entsprechenden Anlagenteilen/ Komponenten/ Bauteilen verknüpft. Dadurch ist es dem Betreiber oder dem Service-Leistenden möglich festzustellen, ob es sich um systematische oder zufällige Störungs-Ursachen handelt. Deren Auswertung über längere Zeiträume liefert häufig überraschende Erkenntnisse.

Besonders schwierig ist die Analyse von Störungen im integrativen Bereich, wenn z.B. Bus-Systeme, Netzwerke oder Gewerke unterschiedlicher Hersteller beteiligt sind, weil derartige Störungen selten auftreten. Ursachen und Methoden zur Störungsbehebung werden im AMS detailliert dokumentiert. Denn Jahre später weiß kein Mensch, dass sich eine derartige Störung bereits vor längerer Zeit ereignet hat, welche Ursachen sie hatte und welche Maßnahmen im Einzelnen eingeleitet wurden.

Bei dem „Gedächtnis“ handelt es sich um ein „lernendes System“, das dann nahezu komplett ist, wenn keine kompetenten Spezialisten der Hersteller mehr zur Verfügung stehen.

Steuerung der Instandhaltungs-, Prüf- und Eichaktivitäten

Die Instandhaltungs-, Prüf- und Eichaktivitäten müssen regelmäßig und systematisch durchgeführt werden. Sie sind einzuplanen sowohl für den innerbetrieblichen Service oder für die externen Dienstleister das externe Wartungs-Unternehmen als auch für die „Operation“. Denn während dieser Aktivitäten steht ein Teil der „Anlage“ nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung.

Für die Durchführung der Instandhaltungs-Aktivitäten oder Reparaturen sind Ersatzteile bzw. Betriebsmittel notwendig, die zunächst reserviert oder bestellt und zum Zeitpunkt der Durchführung bereitstehen müssen. Die beiden Module AMS und BVS sind daher miteinander verzahnt.

Wartungen oder Reparaturen werden bestätigt. Werden während einer Wartung defekte Teile erkannt, werden sofort Reparatur-Aufträge ausgelöst.

Die Aufgabenstellung an die Instandhaltung ist mehrdimensional: Eine Fülle von Service-Aktivitäten und Prüfungen/ Eichungen ist zu koordinieren und mit der „Operation“ abzustimmen. Reparaturen müssen kurzfristig durchgeführt und die dafür erforderlichen Ersatzteile beschafft werden. Das AMS ist das Instrument, diese Aufgaben zu bewältigen.

Einführung des Controlling

Die Reduzierung der Betriebsmittel-Nummern und der Bestände liefern noch kein messbares Ergebnis. Damit folgen zwangsläufig die Fragen nach dem Wert des Betriebsmittel-Bestandes bzw. nach der Zuordnung der Kosten:

  • Welche Kostenstelle oder welches Projekt hat welche Betriebsmittel verbaut ?
  • Mit welchen Kosten wird die Kostenstelle / das Projekt durch Entnahmen aus dem Betriebsmittel-Bestand belastet ?
  • Wie viel Kapital ist im Zentralen Betriebsmittel-Pool gebunden ?
  • Wie ist der Betriebsmittel-Bestand im Vorrats-Vermögen zu bewerten ?

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Die emotionale Komponente

Es ist schwierig, einzelne Maßnahmen zur Reduzierung der Wartungs- und Service-Kosten zu entwickeln. Denn häufig stehen emotionale Komponenten im Raum, z.B. in dem Sinne, dass vermeintliche Abhängigkeits-Verhältnisse ausgenutzt werden. Auch muss sich der Anlagen-Betreiber über Risiken im Klaren sein wie:

  • Bestimmte Störungen/ Beschädigungen können nur vom originären Anlagen-Lieferanten behoben werden. Dieser lässt sich bei den Reparaturen „alle Zeit dieser Welt“, wenn keine Vereinbarungen bestehen, die vertraglich abgesichert sind.
  • Die Funktions-Garantie wird ausgehöhlt (nicht zu verwechseln mit der Teile-Garantie).
  • Spezielle Ersatzteile können nur vom originären Anlagen-Hersteller geliefert werden.
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Wartungsauftrag anlegen


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Vordefinierte Störungen


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Störung erfassen


Trend zu weiterer Automatisierung?

Hier stehen sich 2 Argumentationslinien gegenüber: Das eine Lager automatisiert bedingungslos mit der Begründung, das automatisierte logistische System würde billiger, berechenbarer, zuverlässiger und mit erheblich weniger Fehlern arbeiten. Auf der anderen Seite stehen nicht grundsätzliche Gegner der Automatisierung, sondern kühle Rechner der Wirtschaftlichkeit:
  • Welche zusätzlichen Leistungen müssen wir installieren, um an den Spitzentagen im Jahr die Anforderungen der Kunden zu erfüllen ?
  • Wie schnell amortisiert sich die Investition in Einrichtungen zur Automatisierung.
Wie hoch sind die Folgekosten, insbesondere die der Instandhaltung ?
 
Die eher zur Skepsis gegenüber voll automatisierten Anlagen neigenden Vertreter führen ein wichtiges Argument an: die Abhängigkeit von Externen infolge zusätzlicher Automatisierungs-Einheiten.
Zitat aus der Schrift des VDI-FML zum 50-jährigen Bestehen: „Haben wir nicht alle den Eindruck, dass zwar die Arbeit der einfachen „Kistenschieber“ weniger wird, dafür aber die Abhängigkeit von hoch bezahlten Wartungs- und Service-Technikern und DV-Spezialisten beängstigend zunimmt ?“
Der wesentliche Beitrag des 
AMS
besteht darin, die Abhängigkeit zu entpersonalisieren und damit zu reduzieren.

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Auswertung nach Kostenstellen

Nochmals der Blick „auf’s Ganze“

Durch die Anforderungen der Kunden haben sich „die Anlagen“ weiterentwickelt und sind dabei immer universeller geworden. Um die notwendigen Anpassungen für den Kunden rentabel zu halten, ist das AMS in der aktuellen Version 6.0 modular konzipiert:
  • Der System-Kern enthält alle Standard-Funktionen.
  • Kunden-spezifische Funktionen werden um den Kern herum eingebunden.
  • Schnittstellen zu Kunden-spezifischen Auswertungen mit EXCEL sind vorhanden.
  • Schnittstellen zum übergeordneten/ zentralen System, z.B. zum ERP-System (häufig SAP), sind vorkonfektioniert im Hinblick auf die zentrale Beschaffung und auf die zentrale Buchhaltung.
Kunden-spezifische Formulare (z.B. Bestellungen zentral oder dezentral) und Listen lassen sich vom Betreiber einfach anpassen.

 

 

 
Ing.-Büro A. Franck • Am Horseney 13 • 58091 Hagen • Tel: +49-(0)2337-8609